PLS80 und PLS80E

Als dezentrales Prozessleitsystem, mit projektierbarer Redundanz entwickelt, sollten im nächsten Schritt die Prozessfunktionen bei PLS80 von dezentralen Computermodulen (CM) ausgeführt werden. Zur Überwachung und Bedienung dieser Prozessfunktionen dienten sogenannte Leitstationen, die wiederum unabhängig voneinander waren.

Die Dezentralität bedeutete bei Defekt einer Komponente nicht mehr den Ausfall des ganzen Systems, sondern nur des jeweiligen Teils, der von diesem Modul bzw. dieser defekten Teilanlage bearbeitet wurde. In diesem Zusammenhang wurde PLS80 ein System zur Fehlererkennung mit auf den Weg gegeben, das die defekte Komponente erkennen und melden konnte. Damit war in vielen Fällen der Tausch von Komponenten nicht mehr Systemspezialisten vorbehalten, sondern konnte auch von weniger ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Dieser Vorteil galt allerdings nur, wenn die gemeldete Komponente die alleinige Fehlerursache war. Statt einer Auflistung von technischen Daten sprechen die ausgewählten Werbeaussagen (entnommen aus entsprechenden PLS80 Werbebroschüren) für sich:

Unsere Bemühungen, die Prozessführung zu verbessern, den steigenden Produktionskosten zu begegnen und auch komplexe Prozessanlagen übersichtlich und sicher zu automatisieren, führten zu dem modernen Konzept des digitalen Prozessleitsystems ECKARDT-PLS80.

  • PLS80 führt folgende Aufgaben aus: Messen, Steuern, Regeln, Zählen,
    Rechnen, Überwachen, Protokollierung und Bilanzieren.
  • Ein prozessbezogener Aufbau des Leitstandes ist durch
    modulare Zusammenstellung der Komponenten möglich.
  • PLS80 ist ein offenes System, vor allem zum Prozess hin.
  • Die PLS80 Videoschreiberfunktionen nehmen sowohl herkömmliche
    Schreiberfunktionen wahr als auch zeit- und amplitudenrichtige Aufzeichnung
    signifikanter Prozessgrößenänderungen.

In den darauf folgenden Jahren bewährte sich PLS80 als sehr zuverlässiges, einfach zu konfigurierendes System. PLS80 wurde erfolgreich auch in China, Taiwan und Russland eingesetzt.

Aber auch PLS80 war irgendwann alt. Die Eckardt AG traf die Entscheidung, die eigene Entwicklungsabteilung personell zu vergrößern – in der Folge wurden 1990/91 die ersten Systeme des neuen Prozessleitsystems PLS80E an die Kunden ausgeliefert. Natürlich hat auch PLS80E seine eigene Geschichte - eine kurze Rückschau zeigt die rasante Entwicklung der PC Technologie. Diese kam und kommt die bei den sog. Leitstationen, später RTS und LWSPC zum Einsatz. Abhängig von der steigenden Leistungsfähigkeit der Hardware wurde natürlich auch die Software stetig weiterentwickelt, worauf die kurze Rückschau nicht näher auf die Software eingeht.

PLS80E

Das Bild links zeigt die erste Rechnergeneration die bei der Markteinführung von PLS80E eingesetzt wurde. Die Bedienstationen, bei PLS80E Leitstationen genannt, basierten auf einem Rechner, Intel System120, ausgestattet mit einem 386/16MHz Prozessor und 4MB Hauptspeicher. Das INTEL System120 war lange Zeit DIE Standardhardware für PLS80E Leitstationen und selbst heute (2011) sind noch "ein paar" davon in Betrieb. Als Betriebssystem wurde von Beginn an Intel RMX eingesetzt. War auf den ersten Rechnern noch die Version 2.2 installiert, so ist es heute die Version 3.2 mit Upgr. 3.

Nach einigen Jahren wurde der 386/25MHz Prozessor in immer kürzeren Zeitabständen durch leistungsstärkere Prozessoren abgelöst und damit auch das INTEL System120. Es folgten:

PLS80E Tower

Das Intel XSerie System in Tower-, (Bild links) und 19 Zoll Ausführung, bestückt mit unterschiedlichen Prozessoren, vom 486/100MHz bis hin zum Pentium 60MHz. Es folgten die TexasMicro Rechner mit einem INTEL 200Mhz (MMX) Prozessor, die wiederum durch diverse DELL Rechner abgelöst wurden. Neue Prozessoren erschienen in einem Zyklus von 6 - 8 Monaten und etwas jährlich änderte sich auch die DELL Modellbezeichnung.

Da das Betriebssystem iRMX keine SATA Festplatten und kein USB unterstützt, musste um das Jahr 2000 herum, eine Alternative zu Rechnern von der Stange gefunden werden.

Nach kurzem Suchen fanden wir einen Partner im Stuttgarter Raum, der (Industrie)Rechner nach Kundenspezifikation fertigt, und dabei auch ältere Technologien unterstützt. Mit diesem Lieferanten arbeiten wir auch heute noch erfolgreich zusammen. Auch der aktuelle RTS basiert immer noch auf dem Betriebssystem iRMX. Somit benötigen wir eine Hardwarebasis, die PS/2 und ATA unterstützt. Eine Gesamtübersicht (ohne Gewähr) der bisher eingesetzten PLS80E Rechnerhardware können Sie [ hier ] als PDF Datei ansehen oder herunterladen. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein das auch PLS80E so langam in die Jahre kommt und er wird sich fragen wie es um die Zukunft von PLS80E bestellt ist.

Welche realen Entwicklungen geplant bzw. bereits abschlossen wurden, welche Entwicklungen kurz vor der Fertigstellung stehen und welche Visionen es für ein zukunftsfähiges PLS80E gibt, hier finden Sie die Antworten.

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