Die unten stehende Grafik zeigt einen möglichen, maximalen Ausbau von InFusion PLS80E unter Berücksichtigung vorhandener und zukünftiger Technologien. Eine Detailbeschreibung dazu finden Sie [ hier ].

Die Eckardt AG und eps
Der geschichtliche Überblick PLS80E beginnt in der Vergangenheit der alten Eckardt AG in Stuttgart, der Firma, die das Prozessleitsystem PLS80E vor einigen Jahren selbst entwickelt hat. Ende der 90er Jahre des voriegen Jahrhunderts wurde die alte Eckardt AG, obwohl als mittelständiges Unternehmen weltweit renommiert, von dem englischen Unternehmen Siebe, heute Invensys, aufgekauft. Dieser Aufkauf hat leider nicht zum Überleben der "alten" Eckard AG beigetragen, denn im Jahr 2009 wurde die Abteilung für "Prozessleitsysteme" in Stuttgart geschlossen. Aus dieser Standortschließung ist die ESR-Systemtechnik GmbH hervorgegangen.
Anmerkung: Oben ist deshalb immer von der alten Eckardt AG die Rede, da die Namensrechte und das Logo inzwischen von der JC Eckardt GmbH aufgekauft wurden. Wenn im Folgenden der Firmanname Eckardt AG bzw. JC Eckardt genannt wird, ist immer die Eckardt AG in der Pragstraße 52, in Stuttgart die Rede.
Wie der oben zu sehende JCE Schriftzug im Lauf der Jahre sein Aussehen verändert hat, bzw. modernisiert und auf das Wesentliche reduziert wurde, sehen Sie an der Abbildung links. Sie zeigt eine alte JCE Wekzeugmarke. Zu erkennen ist, das der senkrechte Strich im modernen Logo ursprünglich der Zeiger eines Manometers war.
In den Anfängen der Firma JC Eckardt gab es auf jeden Fall eine Zeit, in der Christbaumständer hergestellt wurden. Links sehen Sie die entsprechende Bedienungsanleitung (eine bearbeitete Xte Kopie, die Sie als A4 PDF in einem eigenen Fenster öffnen können) in der sich leider keine Angabe des Ausgabejahres befindet. Erst später machte die Produktion von Geräten für die Mess- und Regeltechnik die Eckardt AG weltweit bekannt. Eines der wohl bekanntesten Produkte aus der Vergangenheit, zumindest für den Bereich der Mess- und Regeltechnik ist der Kreuzbalgregler.
Später ergänzten, ebenfalls sehr erfolgreiche pneumatische Regler unterschiedlichster Art, elektrische Regler und Regelventile, sowie die komplette Planung und Montage von Anlagen zur Produktpalette. Der Name Eckardt und das dazu gehörende Logo repräsentierten lange Zeit eine weltweit sehr erfolgreiche mittelständische deutsche (schwäbische) Firma.
Obwohl sehr erfolgreich im pneumatischen Bereich, konnte sich auch die Eckardt AG Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts dem elektronischen Fortschritt nicht entziehen und brachte das erste eigene Prozessleitsystem eps auf den Markt. Bei eps handelte es sich um ein zentrales Leitsystem basierend auf dem Rechner NOVA3 von Data General. Die NOVA3 gehörte zu ihrer Zeit sicher zur Oberklasse, und wurde "Gerüchten zufolge" auch bei der NASA eingesetzt. Betrachtet man die technischen Daten aus heutiger Sicht kann man sich schon fragen wie die damit zum Mond gekommen sind. Hier ein paar dieser Daten
- Ein-Platinen-Prozessor mit asynchronem Anschluss, Echtzeituhr, automatischer Programmladeeinrichtung und Netzausfallsicherung mit automatischem Wiederanlauf der Karte
- 32KB- und 64KB-Halbleiter-Speichermodulen mit einer Zykluszeit von 400ns
- Hardware-Multiplizier-/Dividier-Einheit (auf CPU-Platine), Gleitkommaeinheit und Batterienotstromaggregat als Zusätze verfügbar.
- Wortlänge: 16Bit
- Maximale Wortübertragungsraten: 1.0 MHz Eingabe, 0,71MHz Ausgabe
- Stromaufnahme: 1000 Watt bei voller Chassisbelegung
- Abmessungen: 13,5cm x 48cm x 71cm
- Diskettensystem (8 Zoll) 315KB
- Festkopfplattensysteme mit 1 und 2 MB
- Kassettenplattenlaufwerke mit 10 und 20 MB
Sie sehen, die Rechnerleistung von eps war, verglichen mit heute, eher bescheiden. Der große Nachteil eines zentralen Prozessleitsysteme wurde bei jedem Ausfall sofort ersichtlich: Fällt der Zentralrechner aus, fällt auch, sofern nicht umfangreiche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden, die gesamte Anlage und damit die Produktion aus. Die konsequente Weiterentwicklung konnte deshalb nur ein dezentrales Nachfolgesystem sein. So entstand das Prozessleitsystem PLS80, zu fast 100% im Hause Eckardt entwickelt und gefertigt. [ weiter ]
PLS80 und PLS80E
Als dezentrales Prozessleitsystem, mit projektierbarer Redundanz entwickelt, ging man dazu über die Prozessfunktionen bei PLS80 von dezentralen Computermodulen (CM) ausführen zu lassen. Zur Überwachung und Bedienung dieser Prozessfunktionen dienten sogenennte Leitstationen, die wiederum unabhängig voneinander waren.
Die Dezentralität bedeutete bei Defekt einer Komponente nicht mehr den Ausfall des ganzen Systems sondern es fiel nur der Teil aus, der von diesem Modul bzw. dieser defekten Teilanlage bearbeitet wurde. In diesem Zusammenhang wurde PLS80 ein System zur Fehlererkennung mit auf den Weg gegeben, das die defekte Komponente erkennen und melden konnte. Damit war, zumindest in vielen Fällen, der Tausch von Komponenten nicht mehr Systemspezialisten vorbehalten, sondern konnte auch von weniger ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Dieser Vorteil zählte natürlich nur so lange, wie die gemeldete Komponente die alleinige Fehlerursache war. Im Gegensatz zu eps möchten wir und hier eine Auflistung von technischen Daten sparen und Ihnen statt dessen ein paar Werbeaussagen (entnommen aus entsprechenden PLS80 Werbebroschüren) nicht vorenthalten
- Unsere Bemühungen, die Prozessführung zu verbessern, den steigenden Produktionskosten zu begegnen und auch komplexe Prozessanlagen übersichtlich und sicher zu automatisieren, führten zu dem modernen Konzept des digitalen Prozessleitsystems ECKARDT-PLS80.
- PLS80 führt folgende Aufgaben aus: Messen, Steuern, Regeln, Zählen, Rechnen, Überwachen, Protokollierung und Bilanzieren.
- Ein prozessbezogener Aufbau des Leitstandes ist durch modulare Zusammenstellung der Komponenten möglich.
- PLS80 ist ein offenes System, vor allem zum Prozess hin.
- Die PLS80 Videoschreiberfunktionen nehmen sowohl herkömmliche Schreiberfunktionen wahr als auch zeit- und amplitudenrichtige Aufzeichnung signifikanter Prozessgrößenänderungen
In den darauf folgenden Jahren bewährte sich PLS80 als sehr zuverlässiges, einfach zu konfigurierendes System. PLS80 wurde erfolgreich auch in China, Taiwan und Russland eingesetzt.
Aber auch PLS80 war irgendwann alt. Wieder fällte die Eckardt AG die Entscheidung, die Entwicklungs selbst in die Hand zu nehmen. Die Entwicklungsabteilung wurde personell vergrößert und 1990/91 wurden die ersten Systeme des neuen Prozessleitsystems PLS80E an die Kunden ausgeliefert. Natürlich hat auch PLS80E seine eigene Geschicht, diese kurze Rückschau will aber nur kurzen Blick zurück werfen. Dabei beschränken wir uns Beispielhaft auf die rasante Entwicklung der PC Technologie. Diese kam und kommt die bei den sog. Leitstationen, später RTS und LWSPC zum Einsatz. Abhängig von der steigenden Leistungsfähigkeit der Hardware wurde natürlich auch die Software immer wieder weiterentwickelt. In unserer kurzen Rückschau werden wir aber nicht näher auf die Software eingehen.
Das Bild links zeigt die erste Rechnergeneration die bei der Markteinführung von PLS80E eingesetzt wurde. Die Bedienstationen, bei PLS80E Leitstationen genannt, basierten auf einem Rechner, Intel System120, ausgestattet mit einem 386/16MHz Prozessor und 4MB Hauptspeicher. Das INTEL System120 war lange Zeit DIE Standardhardware für PLS80E Leitstationen und selbst heute (2011) sind noch "ein paar" davon in Betrieb. Als Betriebssystem wurde von Beginn an Intel RMX eingesetzt. War auf den ersten Rechnern noch die Version 2.2 installiert, so ist es heute die Version 3.2 mit Upgr. 3
Nach einigen Jahren würde der 386/25MHz Prozessor in immer kürzeren Zeitabständen durch leistungsstärkere Prozessoren abgelöst. Damit auch das INTEL System120. Es folgten:
Das Intel XSerie System in Tower-, (Bild links) und 19 Zoll Ausführung, bestückt mit unterschiedlichen Prozessoren, vom 486/100MHz bis hin zum Pentium 60MHz. Es folgten die TexasMicro Rechner mit einem INTEL 200Mhz (MMX) Prozessor, die wiederm durch diverse DELL Rechner abgelöst wurden. Neue Prozessoren erschienen in einem Zyklus von 6 - 8 Monaten und etwas jährlich änderte sich auch die DELL Modellbezeichnung.
Da das Betriebssystem iRMX keine SATA Festplatten und kein USB unterstützt, musste um das Jahr 2000 herum, eine alternative zu Rechnern von der Stange gefunden werden.
Nach kurzem Suchen fanden wir einen Partner im Stuttgarter Raum, der (Industrie)Rechner nach Kundenspezifikation fertigt, und dabei auch ältere Technologien unterstützt. Mit diesem Lieferanten arbeiten wir auch heute noch erfolgreich zusammen. Auch der aktuelle RTS basiert immer noch auf dem Betriebssystem iRMX. Somit benötigen wir eine Hardwarebasis, die PS/2 und ATA unterstützt. Eine Gesamtübersicht (ohne Gewähr) der bisher eingesetzten PLS80E Rechnerhardware können Sie [ hier ] als PDF Datei ansehen oder herunterladen. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein das auch PLS80E so langam in die Jahre kommt und er wird sich fragen wie es um die Zukunft von PLS80E bestellt ist.
Welche realen Entwicklungen geplant bzw. bereits abschlossen wurden, welche Entwicklungen kurz vor der Fertigstellung stehen und welche Visionen es für ein zukunftsfähiges PLS80E gibt, [ hier ] finden Sie die Antworten.
PLS80E - Zukunft und Visionen
Die Zukunft von PLS80e heißt InFusion PLS80E und CX22. Bei InFusion PLS80E handelt es sich im ersten Schritt darum, eine grundsätzlich neue Bedienumgebung, basierend auf Wonderware ArchestrA Technologie unter Windows, einzuführen. Dabei bietet diese Technologie von Wonderware nicht nur die Möglichkeit modernste Bedienoberflächen unter Windows zu gestalten, es stellt auch alle nur erdenklichen Möglichkeiten zur Verfügung diese Daten zu speichern, zu bearbeiten oder auf modernen Kommunikationswegen unterschiedlichsten Entscheidungsebenen zur Verfügung zu stellen. Datails zu WonderwareArchestrA finden Sie [ hier ].
Der Zugriff auf das Prozessleitsystem PLS80E erfolgt dabei über den sog. PLS80EDAServer, einer von Wonderware definierten Schnittstelle, die ihrerseits über die sog. API Schnittstelle auf den RTS oder auf die prozessnahen Komponenten (CMxx, CXxx), lesend und schreibend zugreifen kann.
Auch wenn sie auch zum aktuellen Zeitpunkt (März 2011) noch nicht endgültig fertig gestellt ist, wird mit der CX22 der größte Schritt in die technologische Zukunft von PLS80E vollzogen. Mit ihr fallen Beschränkungen weg, die PLS80E immer wieder an seine Grenzen geführt hat. Die CX22 ist ohne Einschränkungen netzwerkfähig, unter Beibehaltung aller Vorteile die PLS80E bei seinen Nutzern so beliebt macht. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Direkter Querverkehr zwischen neuen CX22 und alten CX21 und/oder CM23 ist auf Grund der unterschiedlichen Bustechnologie nicht möglich.
Auf der CX22 läuft Linux als Betriebssystem. Dieses offene Betriebssystem ermöglicht nicht nur die aktuellen Funktionen von PLS80E zu realisieren, sondern auch die, von denen wir noch gar nicht wissen das wir sie mal haben werden. Die CX22 entspricht der Bauform von CM23 und CX21 und kann direkt in einem bestehen CX21 Baugruppenträger eingesetzt werden. Zusätzlich muss ein Netzwerkanschluss, im neuen PLS80E LAN zur Verfügung gestellt werden. Die Anwendersoftware bleibt voll kompatibel und nach einem Umbau kann die Anlage grundsätzlich sofort wieder angefahren werden.
08.02.2012 NEU!!!!
Die folgenden drei Grafiken zeigen, wie zukünftig die grundsätzliche, strukturelle Bus- und Netzwerkstruktur von InFusion PLS80E Systemen aussehen kann. Wie Sie sehen werden, ist auch der gemischte Einsatz von CM2x, CX21 und/oder CX22 in Verbindung mit dem bisherigen (legacy) PLS80E in einem Netzwerk (Mesh) möglich, sobald der Adaper von Token Ring auf TCP/IP verfügbar ist. Die genaue Topologie des Mesh Netzwerkes wurde hier noch nicht berücksichtigt..
Mit den Navigationsbuttons unter den Grafiken können Sie Vor- und Zurück blättern, oder die Grafiken automatisch hintereinander anzeigen lassen .
- New_PLS80E_legacy
Diese Grafik zeigt die prinzipielle Bus- und Netzstruktur des aktuellen (legacy) PLS80E. Die Funktionseinheiten sind per Token-Ring und Koaxiaalkabel untereeinander und mit dem RTS verbunden. RTS und LWSPC sind über Standard LAN per Kupfer, ein InFusion System kann, abhängig vom Router audh per LWL angeschlossen werden.
- New_PLS80E_mesh_mixed_hutzel
Diese Grafik zeigt die Bus- und Netzstruktur eines prinzipiell möglichen Zwischenschrittes mit gemischter Bestückung von CM2x, CX21 und CX22. Grundvorraussetzung dafür ist der Adapter von Token Ring auf TCP/IP (Hutzel). Damit wird der Wegfall des Token Ring Busses möglich und alle Geräte untereinander können per TCP/IP verbunden werden. Die Bedienung kann über InFusion und/oder LWSPC erfolgen.
- New_PLS80E_mesh_cx22_only
Die prinzipielle Bus- und Netzstruktur eines zukünftigen 100% TCP/IP und CX22 PLS80E Systems. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die OS von InFusion.Bis auf die RTS sind alle Geräte per LWL miteinander verbunden.

